Häufig gestellte Fragen und Antworten
Die Doula beschreibt eine bereits Jahrtausend Jahre alte Tradition, bei der die Gebärdende durch eine geburtserfahrene Frau begleitet wird.
Der Begriff „Doula“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Dienerin der Frau“.
Leider lässt die heutige Hebammensituation nicht mehr zu, während der Geburt von nur einer Hebamme begleitet zu werden. Die Geburtsreise ist stattdessen durch einen Schichtwechsel von immer wieder neuen Geburtsbegleitern durchzogen. Hinzu kommt, dass durch den gestalteten Personalschlüssel eine Hebamme nicht selten fünf Frauen parallel begleitet und hierfür noch die Dokumentationspflicht übernimmt.
All diese Gründe führen zu einer weniger persönlichen Begleitung, welche für den optimalen Geburtsverlauf aber unerlässlich ist.
Nicht zuletzt steht auch der/die eigene Geburtsbegleiter/in bisweilen überfordert oder zumindest uninformiert im Raum, da die Aufklärung oder Anleitung aus genannten Gründen nicht stattfinden kann und die eigene Frau in einer ungewohnten Situation oder Verfassung erlebt wird, was wiederum Verunsicherung mit sich bringt.
Eine Doula begleitet das Paar verlässlich, informierend und unterstützend vom Anfang bis zum Ende der Geburtsreise.
Die Forschung zeigt, dass Frauen, die während der Geburt von einer Doula begleitet werden, bedeutende Vorteile haben.
Im Durchschnitt:
50% geringere Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts
41 % geringeres Risiko für den Einsatz von Saugglocke oder Zange
39 % geringere Verabreichung wehenfördernder Mittel
28 % geringerer Bedarf an Schmerzmitteln oder Anästhesie
25 % kürzere Geburtsdauer
33 % geringeres Risiko unzufrieden zu sein oder ihre Geburtserfahrung negativ zu beurteilen
- die Neugeboren hatten deutlich seltener geringe APGAR-Werte
Die Untersuchungen ergaben überdies, dass:
- sich Eltern sicherer und besser betreut fühlen
- sich Eltern erfolgreicher an ihre neue Familiendynamik anpassen
- wesentlich mehr Babys voll gestillt werden
- Eltern mehr Selbstvertrauen im Umgang mit dem Baby haben
- Frauen deutlich seltener eine Wochenbettdepression entwickelten
Quelle: “Continuous support for women during childbirth”; Hodnett ED, Gates S, Hofmeyr GJ, Sakala C; The Cochrane Collaboration and published in TheCochrane Library 2012, Issue 10
Auch die WHO empfiehlt in ihrem „WHO Safe Childbirth Checklist Implementation Guide“ ausdrücklich Doulas.
Eine Doula besitzt keine Ausbildung als Geburtshelferin und darf im Vergleich zu einer Hebamme keinerlei medizinische Aussagen treffen.
Sie dient als Unterstützung und starke Hand während der gesamten Geburtsreise und danach.
Die medizinische Betreuung übernimmt die Hebamme und der Arzt.
Eine Doula ersetzt die Hebamme nicht, sie arbeitet Hand in Hand mit Ihr zusammen um der Gebärenden die Geburt so angenehm wie möglich zu gestalten.
